In Bielefeld stoßen wir bei Baugruben oder Verkehrswegen häufig auf Geschiebemergel und tonige Schluffe, die bei Wasserzutritt stark quellen oder kaum lastabtragend sind. Eine Stabilisierung mit Kalk und Zement wandelt diese weichen Böden in einen tragfähigen, frostbeständigen Oberbau um. Vor der eigentlichen Bodenverb. führen wir eine Klassifikation der Böden durch, um die erforderliche Bindemittelmenge exakt zu bestimmen. Das spart Kosten und verhindert spätere Setzungen. Ergänzend setzen wir den Dichtebestimmung mit Sandersatz ein, um die Verdichtung auf der Baustelle in Bielefeld kontinuierlich zu prüfen.
Durch die Zugabe von 3–5 % Kalk und 2–4 % Zement erreichen wir in Bielefeld Druckfestigkeiten von 1,2–2,5 MN/m² – ein verlässlicher Wert für dauerhafte Tragfähigkeit.
Methodik und Umfang
Der oberflächennahe Untergrund in Bielefeld besteht oft aus weichplastischen Geschiebemergeln (DIN 18196: UM/UL), die mit 3–5 % Branntkalk und 2–4 % Zement CEM II/A-LL nach 28 Tagen eine Druckfestigkeit von 1,2–2,5 MN/m² erreichen. Wir arbeiten nach der Merkblatt für Bodenverfestigung der FGSV (M BVerf) und führen vorab eine Plattendruckversuche durch, damit die Mischung auf den natürlichen Wassergehalt abgestimmt wird. Bei stark organischen Böden im Bereich des Teutoburger Waldes ersetzen wir Zement teilweise durch Flugasche, um die Reaktion mit Huminsäuren zu kontrollieren. Die Mischung erfolgt mit einer Bodenfräse in zwei Lagen, jede 0,20 m dick. Die Verdichtung wird mit Walzen und einem Proctorversuch auf 100 % DPr begleitet, sodass die Tragfähigkeit auch bei Frost-Tau-Wechseln sicher bleibt.
Technisches Referenzbild — Bielefeld
Lokale Besonderheiten
Während im Stadtzentrum Bielefelds die Geschiebemergel durch die Kalkzugabe gut verfestigt werden, zeigen die organischen Aueböden im Osten (z. B. Nähe Lutter) eine höhere Empfindlichkeit gegenüber zu hohem Wasserzementwert. Wird der Wassergehalt nicht vor der Mischung auf 2–4 % unter dem optimalen Proctor-Wert eingestellt, entstehen Risse und eine verminderte Tragfähigkeit. Bei Gebäuden im Bereich der Bahntrasse oder der Ravensberger Mulde kann eine unzureichende Stabilisierung zu einem Asentamiento diferencial führen, der die angrenzende Bebauung gefährdet.
Ermittlung der optimalen Kalk-Zement-Menge durch Proctor- und Druckfestigkeitsversuche. Anpassung an den natürlichen Wassergehalt und die organischen Anteile des Bodens.
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Einbau und Verdichtung
Maschinelle Fräsung in zwei Lagen mit Walzenverdichtung. Kontinuierliche Prüfung der Dichte und des Verdichtungsgrads (100 % DPr) auf der Baustelle.
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Qualitätssicherung und Abnahme
Dokumentation der Mischungsverhältnisse, Druckfestigkeitsprüfung nach 28 Tagen und Abnahme der Tragfähigkeit gemäß ZTV E-StB. Übergabe eines Prüfzertifikats.
Referenznormen
DIN EN 16907-1:2018 – Erdarbeiten (Bodenverb.), DIN 18196:2023 – Bodenklassifikation (Gruppen UM/UL), FGSV Merkblatt für Bodenverfestigung (M BVerf, Ausgabe 2021)
Häufige Fragen
Wie lange dauert die Aushärtung der Stabilisierung mit Kalk und Zement in Bielefeld?
Die Aushärtezeit hängt von der Temperatur und dem Wassergehalt ab. Bei 15–20 °C erreicht die Mischung nach 7 Tagen etwa 60–70 %, nach 28 Tagen die volle Druckfestigkeit. Bei Frost unter 5 °C verlängert sich die Zeit um etwa 50 %. Wir empfehlen, die Baustelle nach 28 Tagen zu begehen.
Welche Kosten sind für eine Stabilisierung mit Kalk und Zement in Bielefeld zu erwarten?
Die Kosten liegen je nach Bodenart, Bindemittelmenge und Flächengröße zwischen €650 und €2.190 pro 100 m² in zwei Lagen. Darin enthalten sind die Voruntersuchung, die Mischung, der Einbau und die Qualitätsprüfung. Bei sehr organischen Böden oder großen Tiefen kann der Preis abweichen.
Kann die Stabilisierung mit Kalk und Zement auch bei Regenwetter durchgeführt werden?
Ja, aber der Wassergehalt muss vor der Mischung auf 2–4 % unter dem optimalen Proctor-Wert eingestellt werden. Bei starkem Regen verschieben wir den Einbau, da zu viel Wasser die Reaktion des Kalks verzögert und die Festigkeit mindert. Wir messen den Wassergehalt vor jedem Abschnitt.