Ein Bauunternehmen beauftragte uns für eine geplante Gewerbehalle im Bielefelder Ortsteil Sennestadt. Der Baugrund bestand aus schluffigen Sanden mit wechselnden Wassergehalten – typisch für die oberflächennahen Schichten im Teutoburger Wald. Vor der Dimensionierung der Tragschicht mussten wir genau wissen, wie sich der Boden unter Feuchteeinfluss verhält. Genau hier kommt der Labor-CBR-Versuch ins Spiel. Er misst die Tragfähigkeit von Erdstoffen unter definierten Feuchte- und Verdichtungsbedingungen. Ergänzend zu diesem Versuch führen wir häufig eine Klassifikation der Böden durch, um die Kornverteilung und Plastizität zu bestimmen. So erhalten Bauherren in Bielefeld eine verlässliche Grundlage für die Planung von Straßen, Parkplätzen oder Industrieflächen.
Der CBR-Wert bestimmt maßgeblich die Dicke der Tragschicht – bei falscher Annahme drohen Setzungen oder Frostschäden.
Methodik und Umfang
Bielefeld wuchs in den letzten Jahrzehnten stark in die Randbereiche hinein – Gebiete mit ehemals landwirtschaftlicher Nutzung, deren Böden oft inhomogen sind. Der CBR-Versuch (California Bearing Ratio) simuliert im Labor die Tragfähigkeit des Bodens unter kontrollierter Feuchte. Wir durchfeuchten die Probe auf den optimalen Wassergehalt, verdichten sie nach dem Proctor-Verfahren und messen den Eindringwiderstand. Die Norm DIN EN 13286-47 legt das Verfahren für ungebundene und hydraulisch gebundene Gemische fest. Gerade bei wechselnden Grundwasserverhältnissen, wie sie im Ravensberger Hügelland vorkommen, liefert der Versuch verlässliche Werte. Vor der CBR-Prüfung empfehlen wir oft einen Proctorversuch, um die optimale Verdichtungsfeuchte zu ermitteln – beides gehört zu einer fundierten geotechnischen Voruntersuchung.
Technisches Referenzbild — Bielefeld
Lokale Besonderheiten
Das Klima in Ostwestfalen ist feucht – jährlich fallen rund 800 mm Niederschlag. Das führt zu starken Wassergehaltsschwankungen im Boden. Werden diese Schwankungen im Labor-CBR-Versuch nicht abgebildet, unterschätzt man die Tragfähigkeit bei Nässe. Die Folge sind aufgeweichte Tragschichten, Frosthebungen im Winter und Risse im Belag nach wenigen Jahren. Der Versuch muss daher den Wassergehalt des Bodens im eingebauten Zustand simulieren – inklusive Quellvorgang unter Wasser. In Bielefeld sehen wir oft, dass Bauherren diesen Schritt aus Kostengründen auslassen. Das rächt sich spätestens nach der ersten Frostperiode.
Durchführung des CBR-Versuchs nach DIN EN 13286-47 inklusive Bestimmung des optimalen Wassergehalts, Verdichtung nach Proctor und Messung des Eindringwiderstands. Geeignet für Erdstoffe aus dem Raum Bielefeld.
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CBR-Prüfung mit Quellversuch
Erweiterter Versuch inklusive 96-stündiger Wasserlagerung zur Simulation des aufgeweichten Zustands. Besonders relevant für feuchte Standorte im Ravensberger Hügelland.
Die Kosten pro Versuch liegen zwischen 120 und 190 Euro, abhängig von Probenanzahl und erforderlichen Zusatzprüfungen wie dem Quellversuch.
Für welche Bauvorhaben ist der CBR-Versuch in Bielefeld sinnvoll?
Er wird vor allem im Straßenbau, bei Parkplätzen, Lagerflächen und Industriehallen eingesetzt, wenn die Tragfähigkeit des Erdplanums oder der Tragschicht nachgewiesen werden muss.
Welcher CBR-Wert ist für Straßen in Bielefeld ausreichend?
Für untergeordnete Wege reichen 5 %, für Wohnstraßen werden 10–15 % empfohlen, für Hauptverkehrsstraßen sind 20 % und mehr erforderlich. Die genauen Anforderungen legt der Planer fest.
Wie lange dauert die Auswertung eines CBR-Versuchs?
Die reine Prüfung im Labor dauert zwei bis drei Tage. Inklusive Probenvorbereitung, Verdichtung und Quellversuch sollten Sie mit einer Woche rechnen.